Demokratie und Religionsunterricht: Wie ‚politisch‘ darf religiöse Bildung sein?

Evangelische Studierendengemeinde
Plöck 66
69117 Heidelberg
Deutschland

WORKSHOP UND ÖFFENTLICHER VORTRAG

Bild Demokratie und Religionsunterricht | © Patrick Fore / Unsplash
Bild: © Patrick Fore / Unsplash

Die Vorstellung einer strikten Trennung von Kirche bzw. Religion und Staat führt vielerorts anhaltend zu einem distanzierten Verhältnis zwischen Politikwissenschaft und Theologie. In ähnlicher Weise spiegelt sich dies häufig auch im Bereich der politischen und religiösen Bildung wider. Dabei teilen beide Schulfächer, in Baden-Württemberg Gemeinschaftskunde und Religionsunterricht, schon auf institutioneller Ebene eine Gemeinsamkeit und ein Alleinstellungsmerkmal: Sie finden in der Landesverfassung als Einzige namentlich Erwähnung als ordentliches Lehrfach an öffentlichen Schulen. Von beiden Fächern erhofft sich die Verfassung offensichtlich in besonderem und ähnlichem Maße die Vermittlung von Werten an Heranwachsende, die den demokratischen Verfassungsstaat als mündige Bürger/innen „verantwortungslebendig“ tragen bzw. sichern sollen. So stellt sich nicht zuletzt vor dem Hintergrund gegenwärtiger gesellschaftlicher Entwicklungen die Frage nach dem Verhältnis von religiöser Bildung zu Politik und politischer Bildung: Wie politisch darf bzw. muss Religionsunterricht sein?

Ein Workshop am Nachmittag bietet Theologie-Studierenden Gelegenheit, gemeinsam dem Verhältnis von konfessionellem Religionsunterricht und Demokratie nachzugehen. Hierbei fragen wir u. a. auch nach möglichen Anknüpfungspunkten an religiöse Bildung innerhalb der politischen Bildung. Im Rahmen eines öffentlichen Abendvortrags zum Thema „Wie politisch darf bzw. muss Religionsunterricht sein?“ beleuchtet Prof. i. R. Dr. Wolfgang Sander aus Gießen den Religionsunterricht aus politikdidaktischer Perspektive.


PROGRAMM

14:00–19:00 Uhr: Workshop (inkl. Pausen)


19:00–20:15 Uhr: Abendandacht (optional) und gemeinsames Abendessen


20:15 Uhr: Öffentlicher Vortrag

  • „Wie politisch darf bzw. muss Religionsunterricht sein?“
    Prof. i. R. Dr. Wolfgang Sander, Institut für Politikwissenschaft, Universität Gießen

    Wolfgang Sander ist Professor (im Ruhestand) für die Didaktik der Sozialwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und als Lehrbeaufragter an der Universität Wien tätig. Daneben ist Sander Mitherausgeber der "zeitschrift für didaktik der gesellschaftswissenschaften (zdg)" und Autor zahlreicher Bücher zur politischen Bildung – darunter auch zum Verhältnis der Politischen Bildung zur Religiösen Bildung. Sanders Dissertationsschrift (1980) trägt den Titel „Politische Bildung im Religionsunterricht. Eine Untersuchung zur politischen Dimension der Religionspädagogik“.


WEITERE INFORMATIONEN

Die Veranstaltung wird ausgerichtet vom heiEDUCATION-Cluster Gesellschaft und Gesundheit. Sie richtet sich an interessierte Studierende, Hochschuldozentinnen und -dozenten sowie im Beruf stehende Lehrkräfte.


ANMELDUNG

Für den Nachmittagsworkshop wird um kurze Anmeldung unter h.fuchs@stud.uni-heidelberg.de gebeten. 

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