Außerschulischer Lernort KZ-Gedenkstätte Neckarelz – Neue Lernformate für Schulklassen

KZ-Gedenkstätte Neckarelz
Mosbacher Str. 39
74821 Mosbach-Neckarelz
Deutschland

ZWEITEILIGE LEHRERFORTBILDUNG

Das KZ-Außenlager Neckarelz und die weiteren KZ-Lager der Region entstanden im Jahr 1944. Damals wurde die größte deutsche Flugmotorenfabrik, das Daimler-Benz-Motorenwerk Genshagen, größtenteils in die Obrigheimer Gipsstollen verlagert. Für die unterirdische Geheim-Fabrik mit dem Tarnnamen „Goldfisch“ arbeiteten knapp 5.000 Zivilarbeiter/innen und über 5.000 KZ-Häftlinge, letztere unter schrecklichen Bedingungen.

Lehrkräften aller Schularten soll im Rahmen dieser Veranstaltung die Möglichkeit gegeben werden, die KZ-Gedenkstätte Neckarelz als außerschulischen Lernort für historisches, ethisches und politisches Lernen kennenzulernen. Insbesondere können sie erfahren, wie sie dort mit Klassen handlungsorientiert arbeiten können. Ziel ist es auch, Kontakte zwischen Schulen und Gedenkstätte als Kooperationspartner herzustellen bzw. zu vertiefen.

Bild KZ-Gedenkstätte Neckarelz
Bild: © KZ-Gedenkstätte Neckarelz

PROGRAMM

MONTAG, 25. MAI 2020, 14:00–17:00 Uhr

MODUL 1: SELBSTENTDECKENDES LERNEN UND HANDLUNGSORIENTIERUNG IN DER KZ-GEDENKSTÄTTE NECKARELZ

Im ersten Modul am Vormittag lernen die teilnehmenden Lehrer/innen die Konzeption und Methodik der „Lernkisten" als ein pädagogisches Angebot der KZ-Gedenkstätte Neckarelz kennen. Anhand von Gegenständen, Texten und Fotografien sollen sich später die Schüler/innen einzelne thematische Aspekte der Ausstellung selbstständig erarbeiten. Als Leitidee folgen die Lernkisten dabei insbesondere den Prinzipien der Handlungsorientierung und des entdeckenden Lernens. Die Teilnehmer/innen erproben im Rahmen der Veranstaltung selbst die konkreten unterrichtspraktischen Anwendungsmöglichkeiten der Lernkisten. Um allen Schularten und den unterschiedlichen Sprachfähigkeiten der Schüler/innen gerecht zu werden, lernen die Lehrkräfte Materialien verschiedener Niveaustufen kennen. In diesem Zusammenhang soll auch das Konzept der „Einfachen Sprache“ thematisiert werden.


MODUL 2: GEOCACHING AUF DEM GOLDFISCHPFAD

Am Nachmittag lernen wir die Originalschauplätze kennen, an denen die KZ-Häftlinge in unterirdischen
Stollen Zwangsarbeit verrichten mussten. Mittels einer auf „Actionbound“ basierenden digitalen Version
des Geocachings erproben wir eine Methode, mit der Klassen sich diesen außerschulischen Lernort
selbsttätig und handlungsorientiert erarbeiten können.

Festes Schuhwerk ist erforderlich.

DIENSTAG, 26. MAI 2020, 14:00–17:00 UHR

MÖGLICHKEITEN DER HISTORISCH-POLITISCHEN BILDUNG IN DER KZ-GEDENKSTÄTTE NECKARELZ

Gedenkstätten sind nicht nur historische (Lern-)Orte, sondern auch politische. Um an gesellschaftlichen Kontroversen um die Deutung von Geschichte teilnehmen zu können, benötigen Schüler/innen historische Orientierungskompetenz. Der Brückenschlag von der Geschichte in die Gegenwart soll Jugendliche dafür sensibilisieren, welchen Gefährdungen sich eine demokratische, pluralistische Gesellschaft immer gegenübersieht.

Daher werden wir uns in dieser Fortbildung anhand der Schwerpunktthemen „Handlungsspielräume damals und heute (Zivilcourage)“ und „Europäische Menschenrechtsbildung“ mit neu erarbeiteten Modulen zur historisch-politischen Bildung beschäftigen. Hierbei steht der Gegenwartsbezug und das fächerübergreifende Lernen (Schnittstellen zu den Fächern Ethik/Religion und Gemeinschaftskunde) im Zentrum.

WEITERE INFORMATIONEN

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neckarelz statt. Sie richtet sich an interessierte Lehrer/innen der Fächer Geschichte, Gemeinschaftskunde, Ethik/Religion und Erdkunde.


ANMELDUNG

Das vollständige Programm der Veranstaltung umfasst zwei Tage; es ist jedoch auch möglich, nur an einem  der beiden Tage teilzunehmen.
Anmeldungen nimmt Michelle König per E-Mail entgegen.

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