MINT-ProNeD

PROFESSIONELLE NETZWERKE ZUR FÖRDERUNG ADAPTIVER, PROZESSBEZOGENER, DIGITAL GESTÜTZTER INNOVATIONEN IN DER MINT-LEHRPERSONENBILDUNG

Im Fokus von MINT-ProNeD steht die Professionalisierung von Lehrkräften für die Gestaltung digital gestützten adaptiven MINT-Unterrichts. Das Verbundprojekt aus zwölf Hochschulen und Forschungseinrichtungen – darunter die Pädagogische Hochschule Heidelberg – ist angesiedelt im Kompetenzverbund lernen:digital; den Projektstandort Heidelberg verantwortet die HSE. In den Projekten von lernen:digital entstehen evidenzbasierte Fort- und Weiterbildungen, Materialien sowie Konzepte für die Schul- und Unterrichtsentwicklung in einer Kultur der Digitalität.

PERSONALISIERTE LERNMÖGLICHKEITEN IN DEN MINT-FÄCHERN DURCH DIGITAL GESTÜTZTEN UNTERRICHT

Eine Lehrerin beugt sich lächelnd zu einem Schüler, der nachdenklich vor einem Tablet sitzt. Im Hintergrund weitere Schüler:innen.
Bild: Freepik/zinkevych

Adaptiver Unterricht ist ein pädagogisches Konzept, das Unterricht beschreibt, der speziell auf die individuellen Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern (SuS) eingeht und personalisierte Lernmöglichkeiten bietet. Der Erfolg in der Bildung hängt stark von den individuellen Voraussetzungen der SuS ab, insbesondere in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Diese Heterogenität hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Adaptiver Unterricht gilt als vielversprechender Ansatz, um mit der Heterogenität im Klassenzimmer effektiv umzugehen und individuelle Förderung zu ermöglichen. Digitale Technologien können Lehrkräfte dabei unterstützen, adaptiven Unterricht zu gestalten, indem sie innovative Möglichkeiten der Diagnostik und Anpassung bereitstellen.


EIN GANZHEITLICHES KONZEPT DER LEHRKRÄFTEQUALIFIZIERUNG IN DREI NETZWERKEN

Um digital gestützten adaptiven Unterricht umzusetzen, ist es wichtig, dass Lehrkräfte fachlich qualifiziert und praktisch ausgebildet sind. Der Projektverbund strebt daher eine hohe Flächendeckung, phasenübergreifende Kooperation sowie Fachspezifität an.

Das Ziel dieses Projekts ist es, ein ganzheitliches Konzept für die Lehrkräftebildung in den MINT-Fächern zu entwickeln. Dabei sollen drei interdisziplinäre und phasenübergreifende Netzwerke etabliert werden: Fort- und Weiterbildungen, Unterrichtsentwicklung und -beratung sowie ein Future Innovation Hub. Diese Netzwerke konzentrieren sich auf die digitale Unterstützung und Förderung von prozessbezogenen Kompetenzen, da diese als grundlegende Voraussetzung für ein tiefergehendes Verständnis und die praktische Anwendung von MINT-Inhalten gelten und gleichzeitig ein Bedarf an Fortbildungen besteht.

Im Netzwerk Fort- und Weiterbildungen werden forschungsbasierte Fortbildungen für alle Fächer und Schularten (weiter-)entwickelt und durchgeführt. Basierend auf aktuellen Ansätzen der professionellen Lerngemeinschaften wird im Netzwerk Unterrichtsentwicklung und -beratung ein dezentrales Unterrichtsberatungskonzept entwickelt, welches die fachliche Integration gängiger digitaler Technologien in den Blick nimmt. Während sich genannte Netzwerke auf den Einsatz gängiger Technologien konzentrieren, fokussiert das Netzwerk Future Innovation Hub bewusst neue, zukunftsweisende Technologien. Hierzu gehören beispielsweise KI oder immersive Realitäten für den MINT-Unterricht, die gemeinsam mit Lehrkräften auf einen potenziellen Einsatz im (zukünftigen) MINT-Unterricht hin erprobt werden. Die erstellten Konzepte aus den beiden letztgenannten Netzwerken fließen systematisch im Sinne von Good- and-Future-Practice-Beispielen in das Netzwerk Fort- und Weiterbildungen ein. Dabei werden sowohl gesellschaftliche als auch ethische Fragen berücksichtigt, indem die Bildungs- und Medienwissenschaften systematisch in die Gestaltung digitaler Lernumgebungen einbezogen werden.

Der Bereich Translation & Dissemination verbindet die Arbeit der drei Netzwerke.


ANBINDUNG AN DIE PRAXIS, TRANSFER UND IMPLEMENTIERUNG

In Zusammenarbeit mit den staatlichen Fort- und Weiterbildungssystemen wird eine nachhaltige Disseminationsstruktur entwickelt und genutzt, die eine Flächendeckung anstrebt.

Grundlage des Projektvorhabens ist die Zusammenarbeit von sechs lehrkräftebildenden Standorten – alle Schools of Education in Baden-Württemberg sowie die Rheinland-Pfälzische Technische Universität (RPTU) Kaiserslautern-Landau –, um eine exzellente und systematische Abdeckung der verschiedenen MINT-Didaktiken entlang der verschiedenen Schularten und -fächer zu ermöglichen. Die regionale Nähe gewährleistet eine enge Kooperation der Standorte. Die Forschungsbasierung und Qualität der entstehenden Angebote wird sichergestellt, indem das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), das Deutsche Instituts für Erwachsenenbildung (DIE), das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF), die Ludwig-Maximilians-Universität München und die beteiligten Landesinstitute einbezogen werden. Eine standortübergreifende Begleitforschung dient der Qualitätssicherung in den Netzwerken.

MINT-ProNeD AM STANDORT HEIDELBERG

Der Standort Heidelberg ist in den Fächern Mathematik und Informatik in den Netzwerken Fort- und Weiterbildungen sowie Unterrichtsentwicklung und -beratung beteiligt.

INFORMATIK


MATHEMATIK

VERBUNDKOORDINATION UND BETEILIGTE EINRICHTUNGEN

Die Gesamtkoordination des Projektsverbunds MINT-ProNeD obliegt dem Tübingen Center for Digital Education (TüCeDE) der Universität Tübingen. Folgende Einrichtungen sind beteiligt:

  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für lebenslanges Lernen (DIE)
  • Eberhard Karls Universität Tübingen
  • Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF)
  • Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM)
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Heidelberg School of Education: Pädagogische Hochschule Heidelberg und Universität Heidelberg
  • Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
  • Pädagogische Hochschule Freiburg
  • Technische Universität Kaiserslautern / Zentrum für Lehrerbildung (ZfL)
  • Universität Konstanz
  • Universität Stuttgart

Das von April 2023 bis September 2025 laufende Projekt wird finanziert durch die Europäische Union – NextGenerationEU und gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die des Autors/der Autorin und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union, Europäischen Kommission oder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wider. Weder Europäische Union, Europäische Kommission noch Bundesministerium für Bildung und Forschung können für sie verantwortlich gemacht werden.