Fremdsprachliche Schullektüren auf dem Prüfstand – der ‚implizite Kanon‘ im Blick von Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik

Ruhr-Universität Bochum
Romanisches Seminar
GB 7/58
44780 Bochum
Deutschland

TAGUNG / WORKSHOP DER ROMANISCHEN SEMINARE DER UNIVERSITÄTEN BOCHUM UND HEIDELBERG

Buch steht hochkant vor Pflanze
Bild: © Ergita Sela / Unsplash

Die zweitägige, an der Ruhr-Universität Bochum 2021 geplante Tagung mit Workshop-Charakter widmet sich jenen literarischen Texten, die mit besonderer Regelmäßigkeit an Schulen im Fremdsprachenunterricht gelesen werden.
Es soll danach gefragt werden, welcher Literaturbegriff mit diesen Schullektüren angenommen und vermittelt wird. Inwiefern konvergieren die Kriterien eines literarischen Kompetenzbegriffs mit philologisch orientierten Fragestellungen? Eine weitere Untersuchungsperspektive ist die Befragung des ‚impliziten Kanons‘ in den Verlagsprogrammen der bedeutenden Schulbuchverlage: Unter welchen Gesichtspunkten werden die literarischen Werke ausgewählt? Welches literaturwissenschaftliche Grundverständnis liegt der Aufbereitung der Texte für den Unterricht zugrunde?

Hierzu soll das Augenmerk in erster Linie auf solchen Schullektüren liegen, die nicht zugleich Teil des bildungsbürgerlichen Kanons sind. Vielmehr sollen Lektüren zeitgenössischer Literatur in den Blick genommen werden, die antreten, mehr oder anderes zu leisten, als die ‚Great Books‘ älterer Provenienz. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Frage nach der ästhetischen Dimension literarischer Texte im Unterschied zu Sachtexten: Welcher Stellenwert wird dem genuin Literarischen eingeräumt und wie könnte die Literarizität der Texte literaturdidaktisch gewendet werden?

Ausgehend von der Annahme eines impliziten Lektürekanons sollen im Rahmen dieser Tagung einzelne dieser ‚neu-kanonischen‘ Lektüren auf den Prüfstand gestellt werden. Literaturwissenschaftler/innen und Literaturdidaktiker/innen kommen darüber ins Gespräch, inwiefern dieser Kanon einer konstruktiv-kritischen und kontinuierlichen Revision bedarf. Halten denn einzelne Lektüren, was sie – und was sich Lehrkräfte von ihrem Einsatz im Unterricht – versprechen? Ließen sich aus literaturwissenschaftlicher und literaturdidaktischer Perspektive ggf. elaboriertere und passgenauere Aufgabenformate entwerfen, als dies die vorhandenen Materialien bislang den Lehrkräften anbieten? Erwünscht sind auf jeden Fall auch Erfahrungsberichte zu einzelnen Lektüren aus der konkreten schulischen Praxis.


ORGANISATION


PROGRAMM

Nähere Informationen zum Programm folgen. Geplant ist jeweils ein halber Tag mit Vorträgen und genügend Freiraum für Diskussionsrunden.

Eine Veröffentlichung der Tagungsbeiträge ist in der Online-Zeitschrift HeLix. Dossiers zur romanischen Literaturwissenschaft vorgesehen.


WEITERE INFORMATIONEN

Die Tagung wird ausgerichtet vom Romanischen Seminar der Universität Bochum und dem Romanischen Seminar der Universität Heidelberg. Sie findet statt in Kooperation mit der Professional School of Education der Ruhr-Universität Bochum und der Heidelberg School of Education. Die Heidelberg School of Education (HSE) ist eine gemeinsame hochschulübergreifende Einrichtung von Universität Heidelberg und Pädagogischer Hochschule Heidelberg.


ANMELDUNG

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Studierende mit Berufsziel Lehrer/in und Wissenschaftler/innen aus dem Bereich der Philologie sind ebenso herzlich willkommen wie bereits im Beruf stehende Lehrerinnen und Lehrer aller Schultypen.

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