Stellenwert und Relevanz klassischer Texte im Unterricht

Universität Heidelberg
Romanisches Seminar
Seminarstraße 3
69117 Heidelberg
Deutschland

Ernst-Robert-Curtius-Saal

FÜR EINE PHILOLOGISCHE FACHDIDAKTIK

Bild HSE RoSe Kolloquium Philologische Fachdidaktik
Bild: © Centro Federico García Lorca

KOLLOQUIUM DES ROMANISCHEN SEMINARS MIT DEM heiEDUCATION-CLUSTER TEXT UND SPRACHE

Im Zentrum des Kolloquiums steht die Frage, was ein Kunstwerk zu einem Klassiker macht und inwiefern seine Vermittlung an Schulen unabdingbar ist. Mit dieser Grundfrage ist eine Reihe weiterer, gemeinsam zu erörternder Diskussionsfelder verbunden: Welche klassischen Texte eignen sich aus welchen Gründen für den Literaturunterricht? Wie lässt sich das genuin Klassische bzw. Literarische eines Textes fassen und inwiefern erfordert und ermöglicht es die Ausbildung literarischer Kompetenzen? Wozu dienen literarische Kompetenzen und durch welche Strategien lassen sie sich adäquat ausbilden? Welche Vermittlungsmethoden geben klassische Texte gerade in ihrer literarischen Gestaltung vor? Wie schaffen sie es, die Lebenswelt ihrer (jungen) Leser/innen trotz ihrer jeweiligen historischen Distanz zu berühren und sie zu Meinungsbildung und emotionaler Anteilnahme anzuregen? In der Besprechung dieser und verwandter Fragestellungen verfolgt das Kolloquium das Anliegen, literarische (und evtl. auch filmische) Klassiker zu untersuchen und ihre jeweilige Literarizität und Klassizität einerseits als solche zu reflektieren und andererseits als ihr didaktisches Potenzial starkzumachen.

Die Debatte wird durch die Frage nach der Relevanz literaturwissenschaftlicher und -theoretischer Problemstellungen in der curricularen Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte flankiert. Hintergrund hierfür bildet die Neuakzentuierung der philologischen Lehramtsfächer, welche Fachwissenschaft und Fachdidaktik thematisch, disziplinär sowie institutionell durch die Einführung der Master of Education und vermittels der expliziten Fachprofilierung über Fachdidaktikprofessuren enger verzahnt.

Anhand des kritisch diskutierten Stellenwerts klassischer Werke im Fremdsprachenunterricht ist zu erörtern, inwieweit die Bedeutung literaturwissenschaftlicher Qualifizierung in einem engeren Sinne mit der Ausbildung von Lehramtsstudierenden – und in weiterer Folge mit dem Schulunterricht – verknüpft werden kann, um ihr auf Dauer einen hinreichenden Platz im Bildungssystem der Sekundarstufen und Ausbildungssystem der studierenden Lehrkräfte zu sichern. Vor diesem Hintergrund möchten wir mit Gästen zusammenkommen, die  Literaturwissenschaft und Didaktik von Literatur gemeinsam reflektieren und dabei in ein fruchtbares Verhältnis zu setzen wissen.


PROGRAMM

FREITAG, 18. OKTOBER 2019

GRUNDFRAGEN IN PHILOLOGIE UND PHILOLOGISCHER FACHDIDAKTIK

Moderation: Dirk Werle (Germanistisches Seminar, Universität Heidelberg) und Gerhard Härle (Institut für deutsche Sprache und Literatur, Pädagogische Hochschule Heidelberg / Heidelberg School of Education)

14:00–14:30 Uhr: Eröffnung


14:30–15:30 Uhr: Was ist ein Klassiker? 


15:30–16:30 Uhr: „Spätherbst“ der Literatur oder die Fallstricke von Vermittlung und Relevanz 


16:30–17:00 Uhr: Kaffeepause


17:00–18:00 Uhr: Kulturelle und didaktische Funktionen von Literatur

  • Wolfgang Hallet (Institut für Anglistik | Didaktik des Englischen, Universität Gießen)

18:00–19:00 Uhr: Die Entwicklung literarischer Rezeptionsfähigkeit im Deutsch- und im Fremdsprachenunterricht

  • Carolin Führer (Deutsche Philologie und Didaktik der deutschen Literatur, Universität Tübingen) / Bernd Tesch (Romanistische Fachdidaktik, Universität Tübingen)

20:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen

SAMSTAG, 19. OKTOBER 2019

RELEVANZ KLASSISCHER TEXTE UND MOTIVE (IM UNTERRICHT)

Moderation: Giulio Pagonis (Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie, Universität Heidelberg / heiEDUCATION-Cluster Text und Sprache, Heidelberg School of Education)

09:00–10:00 Uhr: Aktuelle Gestaltungsspielräume gymnasialer Literaturvermittlung

  • Studierende und Alumni

10:00–11:00 Uhr: Der Wert der Klassiker am Beispiel des Lazarillo de Tormes (1554)


11:00–12:00 Uhr: Lieben und Leiden auf der Schulbank: Louise Labés Sonette im Französischunterricht


12:00–13:00 Uhr: Buffet


13:00–14:00 Uhr: Molière, Le Malade imaginaire (1673) – warum nicht lieber gleich Gegenwartsliteratur?


14:00–15:00 Uhr: Waldeinsamkeit – nationale Deutungsmuster und „undeutsche“ Lesarten einer wirkmächtigen Chiffre

  • Michael Haase (Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie, Universität Heidelberg)

Ab 15:00 Uhr: Abschlussdiskussion und Ausblick: Leitbilder universitärer Literaturvermittlung

Eine zeitnahe Veröffentlichung der Tagungsbeiträge ist in der Zeitschrift HeLix. Dossier zur romanischen Literaturwissenschaft vorgesehen.


WEITERE INFORMATIONEN

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Universität Heidelberg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit Berufsziel Lehrer/in, junge Wissenschaftler/innen aus dem Bereich der Philologie sowie bereits im Beruf stehende Lehrerinnen und Lehrer aller Schultypen.


ANMELDUNG

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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