Bildung für nachhaltige Entwicklung - wie kommen politische Themen im Erziehungssystem an? (Arbeitstitel)

KURZEXPOSÉ

Das Thema Nachhaltigkeit hat insbesondere in den letzten vier Jahrzehnten im gesellschaftlichen Diskurs zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dies zeigt sich u. a. in vielfältigen Beiträgen in Wissenschaft, Politik und den Medien. Dabei wird Bildung als Möglichkeit für eine nachhaltige Entwicklung immer relevanter. Im aktuellen Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als eine von sechs Leitperspektiven festgehalten.

Mein Dissertationsprojekt bezieht sich auf die Frage, welche Aspekte und Inhalte von BNE im Schulalltag thematisiert und gelehrt werden. Die Methodologie, die Durchführung der Erhebung sowie die Analyse der Daten orientieren sich an der Dokumentarischen Methode. Im Rahmen der empirischen Erhebung wurden 20 Gruppendiskussionen mit jeweils 3-7 Lehrpersonen geführt. Für die Samplebildung wurden ca. 900 Schulen aus über zehn verschiedenen Landkreisen in Baden-Württemberg ausgewählt, davon hatten etwa 800 Schulen einen Internetauftritt und davon wurden ca. 100 Schulen für die Erhebung ausgewählt und kontaktiert. Als Auswahlkriterium diente die Nennung von Nachhaltigkeit oder Umweltbildung, Umwelterziehung, ökologisches Bewusstsein, fairer Handel, etc. auf der Internetseite, bspw. in Zusammenhang mit dem Schulprofil. Die Ausführungen zu den einzelnen Themen und auch der Umfang traten sehr kontrovers auf. Für die Samplebildung wurden sämtliche allgemeinbildende Schulformen, also Grundschulen, Grund- und Werkrealschulen, Realschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien berücksichtigt. Ziel der Erhebung war es, 14 Gruppendiskussionen mit jeweils 3-7 Lehrkräften durchzuführen. Für die Kontrastierung des Samples wurden weitere 25 Schulen kontaktiert und weitere sechs Gruppendiskussionen geführt. Diese dienen quasi als Vergleichsgruppen, da diese Lehrkräfte an Schulen unterrichten, an denen explizit keine der erwähnten Themen auf der jeweiligen Internetseite präsent sind. Die Gruppendiskussion wurde als Interviewform gewählt, um anhand sprachlicher Darstellungen das handlungsleitende Erfahrungswissen der Teilnehmenden entschlüsseln zu können, d. h. um die ‚dahinter liegenden‘ kollektiven Sinnstrukturen rekonstruieren zu können.