Forschendes Lernen in Fachdidaktik-Seminaren

UTE FILSINGER

Ute Filsinger
  • Lehrerin für Grund-, Haupt- und Werkrealschule mit den Fächern Deutsch und Gemeinschaftskunde
  • Aktuell an die PH Karlsruhe abgeordnet im Rahmen des Promotionskollegs "Vom fachsensiblen zum sprachsensiblen Fachunterricht"
  • Vorher Vollzeitabordnung (100%) im Projekt PLACE vom 01.09.2016 – 31.08.2017

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE IM RAHMEN DER PLACE-ABORDNUNG

Der inhaltliche Schwerpunkt der Tätigkeiten an der HSE im Rahmen des PLACE-Programms umfasste die Erprobung von Umsetzungsformen einer forschungsorientierten Lehre in der LehrerInnenbildung mit engem Schulbezug. Vorerfahrungen konnte ich hierzu bereits im Sommersemester 2016 während einer gemeinsamen Seminarleitung mit Prof. Dr. Hans Lösener zum Thema „Märchen und Mündlichkeit“ gewinnen.

Im Wintersemester 2016/17 konkretisierte sich dann mein PLACE-Projekt in einer institutionsübergreifenden Seminarkooperation, die ich gemeinsam mit Prof. Dr. Hans Lösener (PH Heidelberg) und Prof. Dr. Gertrud Maria Rösch (Uni Heidelberg) realisierte.
Inhaltlich befasste sich das Seminar mit der in der europäischen Literaturgeschichte prominenten Figur des Reineke Fuchs, der Didaktik des literarischen Gesprächs sowie der forschenden Bearbeitung dieser Themen im Deutschunterricht zweier fünfter Klassen an meiner Stammschule (Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule Heidelberg). Die hier entwickelte unterrichtsfachbezogene Variante des Forschenden Lernens zielte auf den Aufbau von theoriegestütztem und reflektiertem Handlungswissen und der Entwicklung einer innovationsoffenen Grundhaltung zukünftiger Lehrkräfte in Bezug auf die eigene Lehrtätigkeit im Unterrichtsfach Deutsch ab. Den Lehramtsstudierenden sollte im Rahmen des Seminars die Erfahrung der unterrichtsbezogenen Relevanz von aktueller fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Forschung über die selbstständige Bearbeitung diesbezüglicher Forschungsfragen ermöglicht werden. Eine hieraus entstandene Publikation erschien im September 2017 (s. u.).

Im Sommersemester 2017 folgte die Durchführung einer neuen Variante eines am Forschenden Lernen orientierten Seminarkonzepts, wiederum gemeinsam mit Prof. Dr. Hans Lösener. Im Seminar mit dem Titel „Auswertungsphasen im handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht“ wurden sowohl theoretische und unterrichtspraktische Aspekte des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts als auch die Positionen seiner wichtigsten Vertreter erarbeitet. Anhand ausgewählter Bilderbücher, die in den Klassenstufen 3-6 einsetzbar sind, wurden in studentischen Kleingruppen Aufgabenformate entwickelt und in zwei vierten Klassen an meiner Stammschule (Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule Heidelberg) erprobt und weiterentwickelt. Hier wurde ein Fokus auf die oft vernachlässigte Auswertungsphase entstandener Schülerprodukte gelegt. Eine den Seminarprozess leitende These war, dass sich das Prinzip der Handlungs- und Produktionsorientierung insbesondere für einen individualisierten Unterricht in heterogenen und mehrsprachigen Klassen eignet. Daher wurden im Seminar zusätzlich theoretische Verknüpfungen zu Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache hergestellt und die gewonnenen Erkenntnisse in die Konzeption der von den Studierenden geleiteten Unterrichtssequenzen einbezogen. Alle Seminarvarianten wurden evaluiert und die daraus gewonnen Erkenntnisse flossen in die Neukonzeption im jeweils folgenden Semester ein.

Abbildung zum PLACE-Projekt von Ute Filsinger

Eine zweite schwerpunktmäßige Tätigkeit im Rahmen meiner Abordnung an die HSE war ein mit Prof. Dr. Anne Sliwka geleitetes Projektseminar mit dem Titel „Lernen im 21. Jahrhundert“ am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg. Ich brachte mich hier insbesondere bei der Organisation und Umsetzung der ersten Evaluationsphase der von Frau Sliwka geleiteten wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekts Kulturschule 2020 (Initiatoren sind Kultusministerium Baden-Württemberg und Karl-Schlecht-Stiftung) ein. Ich unterstützte insbesondere die Studierendengruppen bei der praktischen Durchführung von Schulbesuchen an den zehn Projektschulen, während derer Leitfaden-Interviews und Unterrichtsbeobachtungen durchgeführt wurden.

Bei einer weiteren Seminarkooperation im Sommersemester 2017, die ich gemeinsam mit Prof. Dr. Anne Sliwka und Prof. Dr. Albrecht Wacker mit dem Titel „Neue integrierte Schulformen in der Sekundarstufe am Beispiel der Gemeinschaftsschule Baden-Württemberg“ abhielt, fungierte ich vor allem als „Stimme aus der Praxis“. Das Seminar fokussiert die Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg als ein Beispiel integrierter Schulformen; Unterrichtsgestaltung, Leistungsbeurteilung sowie Forschungsbefunde standen dabei im Vordergrund. Hier konnte ich meine individuellen Erfahrungen bei der Mitgestaltung des Schulentwicklungsprozesses meiner Stammschule von einer Werkrealschule zur Gemeinschaftsschule einbringen. Des Weiteren organisierte ich einen Schulbesuchstermin für Seminarteilnehmer*innen, während dessen die Gelegenheit zum Gespräch mit Schulleitung und Lehrkräften sowie zur Hospitation in einem niveaudifferenzierten Mathematikunterricht einer 7. Klasse bestand.

Darüber hinaus nahm ich in meinem Jahr an der HSE an verschiedenen Arbeitsgruppen u. a. zum Thema Weiterbildung, Austausch von Wissen und Konzepten in Bezug auf innovative Lehr- und Lernkonzepte sowie verschiedenen Clustertreffen im Bereich Text und Sprache, dem Teachers’ Day, der Summer School 2016 und 2017 und weiteren Veranstaltungen teil.

PUBLIKATIONEN UND VORTRÄGE IM RAHMEN DER PLACE-ABORDNUNG

PUBLIKATIONEN

VORTRÄGE

  • An insight into a German teachers’ staff room. Vortrag im Rahmen des Besuchs der Delegation isländischer Lehrkräfte an der HSE am 22.03.2017
  • Präsentation erster Zwischenergebnisse im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes „Kulturschule 2020 Baden-Württemberg“. 06.03.2017. Vortrag im Rahmen des Fachgespräch Kulturschule 2020 Baden-Württemberg am Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Stuttgart.