- Gemeinschaftskunde,
- Geschichte
ORTE DER IDEOLOGIE: DIE THINGSTÄTTENBEWEGUNG IM FOKUS
Die digitale Ausstellung „Kult(ur)orte“ widmet sich einem bislang wenig beachteten Kapitel der nationalsozialistischen Kultur- und Propagandapolitik. Anhand von sechs thematischen Stationen und drei ausgewählten Orten eröffnet sie differenzierte Perspektiven auf Entstehung, Nutzung und Nachgeschichte der sogenannten Thingstätten.
Im ersten Teil werden die historischen Grundlagen gelegt: Was war die Thingstättenbewegung? Welche architektonischen Konzepte lagen den Anlagen zugrunde und welche Rolle spielten die sogenannten Thingspiele als propagandistisches Medium?
Der zweite Teil richtet den Blick auf den Umgang mit den Thingstätten während und nach 1945. Hier werden exemplarisch Entwicklungen und Deutungen aufgezeigt, etwa am Beispiel der Karl-May-Bühne oder der Heidelberger Thingstätte als einem von Joseph Goebbels besonders geschätzten Ort.
WISSENSCHAFT ZUM MITMACHEN: HINTERGRÜNDE DER AUSSTELLUNG
Die Ausstellung entstand im Rahmen einer Lehrveranstaltung am Historischen Seminar der Universität Heidelberg und knüpft an das Forschungsprojekt „Die nationalsozialistischen Thingstätten: Un|Sichtbares Erbe im erinnerungskulturellen Diskurs“ (gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung) an. Studierende haben die Inhalte eigenständig erarbeitet – von der Konzeption über die Recherche bis hin zur Aufbereitung der Quellen. Kuratiert wurde die Ausstellung von Prof. Dr. Stefanie Samida und Eva-Maria Heindl.
Ein zentrales Merkmal der Ausstellung ist die Arbeit mit vielfältigen Originalquellen, darunter Materialien aus der Deutschen Digitalen Bibliothek sowie aus kommunalen Archiven. Ergänzt werden diese durch erläuternde Texte und Audioformate, die unterschiedliche Zugänge ermöglichen.
LERNEN AM BEISPIEL: THINGSTÄTTEN IM UNTERRICHT BEHANDELN
Das frei zugängliche Angebot richtet sich an alle Interessierten und eignet sich insbesondere für die historisch-politische Bildung. Es bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, etwa im Hinblick auf Propagandastrategien, kulturelle Inszenierungen und den heutigen Umgang mit belastetem Erbe. Die Ausstellung kann sowohl eigenständig erkundet als auch zur Vorbereitung von Exkursionen genutzt werden. Ergänzend stehen didaktisch aufbereitete Materialien zur Heidelberger Thingstätte zur Verfügung.
ZUR DIGITALEN AUSSTELLUNG „KULT(UR)ORTE“ (BILD ANKLICKEN)