Von der Uni in die Schule: Wie geschichtswissenschaftliche Grundlagenforschung in den Unterricht kommt

PROJEKTBESCHREIBUNG

Prof. Dr. Jörg Peltzer

Ausgehend von dem von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Projekt „Denkwerk Mittelalter: Schüler erforschen gesellschaftlichen Wandel im Museum“ geht es um die Frage, wie die Kooperation der drei Lernorte Universität, Schule und Museum/Weltkulturerbestätten im schulischen Alltag verankert werden kann.

Das Denkwerk-Projekt hat gezeigt, dass alle Partner von dieser Zusammenarbeit profitieren: Die Schülerinnen und Schüler erlernen frühzeitig den kritischen Umgang mit Informationen und werden im eigenständigen Arbeiten gestärkt. Lehrerinnen und Lehrer erhalten nicht nur einen anderen Ort der Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern, sondern auch direkten Zugriff auf die neuesten Forschungsergebnisse. Letzteres ist auch aus universitärer Sicht ein großer Vorteil des Formats. Im Fall der Kooperation mit Gymnasien – das Format an sich ist für alle Schularten wünschenswert – erreichen die Universitäten Schülerinnen und Schüler frühzeitig und können so die spätere Entscheidung für ein Studium auf belastbare Grundlagen stellen. Ausstellungsmacher wiederum werden für die Geschichtsbilder von Jugendlichen sensibilisiert und ihre Vorstellungen, wie historische Vergangenheit ausgestellt werden könnte.

Wie dieses Format ohne die finanzielle Unterstützung einer Stiftung o. Ä. dauerhaft in den schulischen Unterricht integriert werden kann, ohne dabei den Reiz des Besonderen, der nicht-alltäglichen Projektarbeit zu verlieren, steht im Zentrum meines Vorhabens im Rahmen der PLACE-Fellowship. Dieses Ziel steht im Zusammenhang mit grundsätzlichen Überlegungen zur fachwissenschaftlichen Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern an universitären Standorten. Welche Rahmenbedingungen müssen erfüllt sein, damit fachwissenschaftliche Weiterbildung, das heißt der kontinuierliche Zugriff auf die neuesten Ergebnisse in einer sich immer weiter ausdifferenzierenden, selbstständig kaum noch zu durchdringenden Forschungslandschaft sowohl für die Lehrerinnen und Lehrer wie auch die Institutionen Schule und Universität sinnvoll gestaltet werden kann?