Heidelberg School of Education
Voßstraße 2
Gebäude 4330
69115 Heidelberg
Deutschland
WORKSHOP FÜR HEIDELBERGER LEHRAMTSSTUDIERENDE MIT DR. DOROTHEA WINTER
Dass generative Systeme kreative Prozesse verändern, gilt inzwischen als ausgemacht. Umstritten bleibt allerdings, was genau sich verändert und welcher Kreativitätsbegriff dabei überhaupt zugrunde gelegt wird. Wer gilt als Urheber:in eines Textes, der aus dem Zusammenspiel von Eingabe und Modell hervorgeht? Was bedeutet Originalität, wenn Systeme das statistisch Naheliegende besonders zuverlässig treffen? Und welche Fähigkeiten setzt ästhetisches Urteilen voraus, wenn die Ausübung dieser Fähigkeiten zunehmend delegiert wird?
Gesellschaftlich berühren diese Fragen mehr als den Kunstbetrieb. Wo Texte, Bilder und Entwürfe in großem Maßstab maschinell erzeugt werden, verschieben sich die Bedingungen kultureller Produktion insgesamt, ebenso die Verteilung von Arbeit, Zurechnung und Anerkennung. Empirische Befunde deuten darauf hin, dass der Einsatz solcher Systeme einzelne Ergebnisse aufwertet und die Gesamtheit der Ergebnisse einander zugleich ähnlicher macht, was die Vielfalt dessen einschränkt, was überhaupt gedacht und gesagt wird.
Besonders scharf stellt sich die Frage in Bildung und Pädagogik. Schulen und Hochschulen sollen Kreativität fördern, Urteilskraft ausbilden und Leistungen zurechenbar bewerten, während die dafür genutzten Werkzeuge genau jene Übung unterlaufen, aus der solche Fähigkeiten erwachsen. Der Workshop entwickelt diese Spannung entlang von Thesen, ausgehend von Margaret Bodens philosophischem Kreativitätskonzept, und arbeitet sie in Gruppenarbeit weiter.
REFERENTIN
Dr. Dorothea Winter ist Philosophin und arbeitet zu Fragen der Ethik Künstlicher Intelligenz, der philosophischen Ästhetik und der politischen Philosophie digitaler Gesellschaften. Sie lehrt in dem Masterstudiengang Angewandte Ethik an der Humanistischen Hochschule Berlin (Schwerpunkt Digitale Ethik). Das Buch „Intentionalität und Künstliche Intelligenz“ ist 2026 bei Karl Alber erschienen, „KI, Kunst und Kitsch. Ein philosophischer Aufreger“ 2023 bei Carl Auer und „KI und Demokratie“ 2026 bei Reclam.
ANMELDUNG
Interessierte Studierende der lehramtsbezogenen Studiengänge an der Universität Heidelberg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg melden sich bitte bis zum 13. November 2026 unter diesem Link an.
Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Wir bitten daher darum, sich bei Verhinderung von der Veranstaltung abzumelden.