Pädagogische Hochschule Heidelberg
Altbau
Keplerstr. 87
69120 Heidelberg
Deutschland
FACHTAG FÜR LEHRKRÄFTE, MULTIPLIKATOR:INNEN, LEHRAMTSSTUDIERENDE UND HOCHSCHULANGEHÖRIGE
Im Mittelpunkt dieses Fachtags steht die Frage, wie sich Demokratiebildung auf Grundlage des gleichnamigen Leitfadens des Kultusministeriums Baden-Württemberg wirksam im Schulalltag verankern lässt und welche praktischen Möglichkeiten zur Umsetzung hierdurch gegeben sind.
Impulse und Workshops aus unterschiedlichen Bereichen der Lehrkräftebildung und Schulpraxis stellen innovative Ansätze vor und bieten Raum für Austausch über Konzepte, Herausforderungen und konkrete Erfahrungen bei der unterrichtlichen Umsetzung des Leitfadens in verschiedenen Schulformen – auch phasenübergreifend.
Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte, Hochschulangehörige, Lehramtsstudierende sowie Beschäftigte der Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte in Baden-Württemberg. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Veranstaltung wird bei entsprechender Anmeldung durch das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung als zertifizierte Lehrkräftefortbildung anerkannt.
Der Fachtag „Demokratiebildung – Vom Leitfaden zur Unterrichtspraxis“ ist eine Veranstaltung der Heidelberg School of Education. Inhaltlich federführend sind Prof. Dr. Havva Engin und Dr. Daniel Vetter.
PROGRAMM
Ab 13:30 Uhr: Anreise und Anmeldung
Ab 14:00 Uhr: Begrüßung und Grußworte
- Prof. Dr. Karin Vach, Pädagogische Hochschule Heidelberg
- Prof. Dr. Michael Haus, Universität Heidelberg
- StS Andreas Deuschle MdL, Ministerium für Kultus BW
Ab 14:15 Uhr: Eröffnungsvortrag „Leitfaden Demokratiebildung zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ | Altbau Pädagogische Hochschule Heidelberg, Aula
- Robert Feil, Ministerium für Kultus BW
Ab 14:30 Uhr: Podiumsgespräch „Haben wir ein Demokratiedefizit in den Schulen? Demokratiebildung in Zeiten von zunehmenden Gewalt- und Extremismusvorfällen in Bildungsinstitutionen“
- Robert Feil, Ministerium für Kultus BW
- Dr. Christian Mühleis, Pädagogische Hochschule Heidelberg
- Micha Pallesche, Ernst-Reuter-Schule Karlsruhe
- Martina Geiger, Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Heilbronn (Gymnasium)
- Johannes Stahl, Landesschülerbeirat Baden-Württemberg
- Moderation: Prof. Dr. Havva Engin, Dr. Daniel Vetter
Ab 15:00 Uhr: Wechsel in die Workshopräume
Ab 15:15 Uhr Workshop-Phase mit parallel stattfindenden thematischen Workshops
- Verantwortung macht Schule – Einblicke in das Projektfach L.E.B.E.N.
Marieke Onnasch und Silvia Koch, Ernst-Reuter-Schule Karlsruhe - Zusammenhalt fördern – Verantwortung übernehmen: Demokratiebildung in der Grundschule
Ina Schuchardt-Groth, Zweiburgenschule Weinheim - Demokratiecurriculum und Partizipation mit aula
Thomas Haas und Kerstin Inhülsen, Realschule Feudenheim Mannheim - Demokratiebildung als Querschnittsthema der universitären Lehrkräftebildung
Prof. Dr. Michael Haus, Universität Heidelberg; Prof. Dr. Havva Engin, Pädagogische Hochschule Heidelberg; Dr. Daniel Vetter, Heidelberg School of Education - Haltung zeigen statt Neutralitätsfalle – wie demokratisch darf/muss ich als Lehrer:in sein?
Martina Geiger und Cajus Wypior, Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Heilbronn - Demokratiebildung – Praktische Umsetzung im Schulalltag
Leon Unteregger, Geschwister-Scholl-Schule Tübingen (Schulverbund aus Gymnasium und Gemeinschaftsschule)
Ab 16:20 Uhr: Kurzberichte aus der Workshoparbeit
Ab 16:50 Uhr: Ausblick
Ab 17:00 Uhr: Ende und informeller Ausklang bei Kaffee
INFORMATIONEN ZU DEN WORKSHOPS
Verantwortung macht Schule – Einblicke in das Projektfach L.E.B.E.N.
Marieke Onnasch und Silvia Koch, Ernst-Reuter-Schule Karlsruhe
Raum 122
Wie kann Schule junge Menschen dazu befähigen, Verantwortung zu übernehmen und Gesellschaft aktiv mitzugestalten? Das Projektfach L.E.B.E.N. (Leidenschaft, Energie, Begeisterung, Engagement, Nachhaltigkeit) der Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule Karlsruhe zeigt, wie soziales Engagement fest im Schulalltag verankert werden kann. In sogenannten „Verantwortungsjobs“ engagieren sich Schüler innerhalb der Schule und im Stadtteil, beispielsweise in Kindergärten, Senioreneinrichtungen oder sozialen Organisationen. Der Workshop gibt Einblicke in das Konzept, zeigt, wie Selbstwirksamkeit und Sozialkompetenzen gestärkt werden, und lädt zum Austausch darüber ein, wie Verantwortung und gesellschaftliches Engagement nachhaltig gefördert werden können.
Zusammenhalt fördern – Verantwortung übernehmen: Demokratiebildung in der Grundschule
Ina Schuchardt-Groth, Zweiburgenschule Weinheim
Raum 123
Wie kann Demokratiebildung im Grundschulalltag konkret gelebt werden? Anhand von Praxisbeispielen zu Klassenrat, SMV, Schülervollversammlung und Kinderparlament lernen die Teilnehmenden Möglichkeiten echter Mitbestimmung kennen und tauschen sich darüber aus, wie Kinder aktiv an der Gestaltung ihres Schulalltags beteiligt werden können.
Demokratiecurriculum und Partizipation mit aula
Thomas Haas und Kerstin Inhülsen, Realschule Feudenheim Mannheim
Raum 021
An der Realschule Feudenheim ist in den letzten Jahren sukzessive ein Demokratie-Curriculum erarbeitet worden. Die Schüler:innen „durchlaufen“ von Klasse 5 bis 10 verschiedene Module zum Themenfeld Denokratiebildung in Form von Unterrichtssequenzen, klassen- und jahrgangsübergreifenden Workshops, Lerngängen und Projekten (u. a. Erasmus, Workshops mit externen Partnern, Exkursionen zu Gedenkstätten). Des Weiteren hat die Schule das innovative Beteiligungskonzept „aula“ eingeführt, um wirkliche Partizipation für alle am Schulleben Beteiligten erlebbar zu machen. aula ist somit eine feste Säule im Demokratie-Curriculum der Realschule.
Demokratiebildung als Querschnittsthema der universitären Lehrkräftebildung
Prof. Dr. Michael Haus, Universität Heidelberg; Prof. Dr. Havva Engin, Pädagogische Hochschule Heidelberg; Dr. Daniel Vetter, Heidelberg School of Education
Aula
Demokratiebildung ist kein Thema, das erst in der schulischen Praxis an Relevanz gewinnt. Idealerweise sollte es bereits im Studium und in der Praxisphase verbindlicher Ausbildungsinhalt sein. Im Workshop wird das Heidelberger Modell „Zusatzqualifikation Demokratiebildung im Lehramtsstudium“ genauer vorgestellt.
Haltung zeigen statt Neutralitätsfalle – wie demokratisch darf/muss ich als Lehrer:in sein?
Martina Geiger und Cajus Wypior, Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Heilbronn
Raum 121
Meldeportale, Elternbeschwerden, der Rat „Halten Sie sich da raus!“: Viele angehende Lehrkräfte sind unsicher, wie viel Haltung sie im Klassenzimmer zeigen dürfen. Doch der Beutelsbacher Konsens ist kein Schweigegebot, sondern aktiver Auftrag zur demokratischen Positionierung von Lehrkräften in allen Fächern. Der Workshop klärt, was Beutelsbacher Konsens, Neutralitätsgebot und der Leitfaden Demokratiebildung Baden-Württemberg tatsächlich verlangen und was nicht. An Fallvignetten aus dem Referendariat erproben wir, wie man Haltung zeigt, ohne zu überwältigen. Zum Abschluss übertragen wir das Gelernte auf das eigene Fach und klären: Wie also kann man als Lehrkraft Demokratie im Unterricht fördern und bei Gewalt- oder Extremismusvorkommnissen situationsädaquat reagieren?
Demokratiebildung – Praktische Umsetzung im Schulalltag
Leon Unteregger, Geschwister-Scholl-Schule Tübingen (Schulverbund aus Gymnasium und Gemeinschaftsschule)
Raum 018
Demokratiebildung beginnt nicht erst bei Wahlen oder im Politikunterricht. Sie wird dort lebendig, wo Schülerinnen und Schüler ihren Schulalltag mitgestalten, Verantwortung übernehmen und erfahren:
Ich kann etwas bewegen.
Die Geschwister-Scholl-Schule Tübingen verbindet als Schulverbund Gymnasium und Gemeinschaftsschule. Ihre Praxis zeigt, wie Demokratiebildung Teil der Schulkultur werden kann: durch Mentorenprogramme, eine aktive Schülervertretung, selbst organisierte Veranstaltungen und Verantwortung für die Gemeinschaft. Auch das Miteinander der beiden Schularten eröffnet Möglichkeiten, Zusammenarbeit und Beteiligung zu gestalten.
Doch Mitgestaltung entsteht nicht von allein. Sie braucht Freiräume, Ressourcen und Menschen, die Verantwortung abgeben und Engagement begleiten. Wie gelingt das angesichts fester Vorgaben und begrenzter Spielräume? Was fördert die Eigeninitiative junger Menschen? Und wie lassen sich Mitbestimmung und gemeinsame Pflichten miteinander verbinden? Im Mittelpunkt stehen konkrete Ansätze, Bedingungen für ihr Gelingen und die Herausforderungen auf dem Weg zu einer demokratischen Schulkultur.
ORGANISATORISCHES
ANMELDUNG UND ANERKENNUNG ALS ZERTIFIZIERTE FORTBILDUNG (ZSL)
Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind bis 15. Oktober über die Veranstaltungsseite der Pädagogischen Hochschule möglich.
Lehrkräfte aus Baden-Württemberg können sich bis zum 9. Oktober für die Veranstaltung zusätzlich über das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) registrieren: D2V24V. Die Teilnahme wird dann als zertifizierte Lehrkräftefortbildung anerkannt.
Wir bitten um Beachtung, dass dies nicht die Anmeldung über die Veranstaltungsseite der Pädagogischen Hochschule ersetzt – bitte registrieren Sie sich über beide Portale.