Maßnahmen

PLACE basiert auf fünf Maßnahmentypen, von denen alle drei Akteursgruppen - Studierende, interne Akteure und externe Akteure – profitieren:

  1. Fellowships zur Verstetigung der Partizipation an der forschungsorientierten Lehrer/innenbildung
  2. Gratifikationen für zusätzliches Engagement
  3. Zusatzqualifikationen in Verschränkung von Lehrer/innenbildung und Weiterbildung
  4. Spezifische Angebote zur Beratung, Orientierung und Organisation für das neue Polyvalenz-System
  5. Kooperative innovative Projekte zu aktuellen Themen der Lehrer/innenbildung

MASSNAHMEN FÜR STUDIERENDE

PLACE verfolgt das Ziel, den Studierenden mit Ausrichtung auf ein Lehramt bereits in der Bachelor-Phase spezifische Orientierungs-, Partizipations- und Förderoptionen zu bieten. Die Studierenden erhalten so die Möglichkeit, die unterschiedlichen Professionalisierungswege, die ihnen die Bachelor-Master-Struktur eröffnet, von Anfang an als Zugewinn hinsichtlich Durchlässigkeit, Flexibilität und individueller Kompetenzprofile zu erleben.

Mittels PLACE wird die spezifische Beratung der Bachelor-Studierenden konzeptionell und pragmatisch gestärkt. Darüber hinaus begreift PLACE die Studieneingangsphase als Prozess und unterstützt – zusätzlich zu den bereits stattfindenden Einführungstagen zu Semesterbeginn – spezifische Veranstaltung am Semesterende: Die Erstsemester können dort u.a. ihre individuelle Motivation, die Bedeutung der profunden wissenschaftlichen Fachlichkeit für die Professionalisierung von Lehrer/innen sowie das heiEDUCATION-Konzept reflektieren.

Für besonders interessierte und begabte Studierende der Bachelor-Studiengänge mit Ausrichtung auf das Lehramt werden weitere Professionalisierungs- und Förderangebote entwickelt: Durch PLACE-Fellowships werden sie frühzeitig in das heiEDUCATION-Konzept der forschungsbasierten Fachdidaktik bzw. Professionalisierungsforschung einbezogen. Dabei werden die Fellows von Mentor/innen zum Beispiel aus den heiEDUCATION-Clustern im Sinne des forschenden Lernens zu eigener lehramtsbezogenen Forschung angeleitet.

Um Studierenden mit Ausrichtung auf ein Lehramt bereits in der Bachelor-Phase spezifische Professionalisierungsangebote bieten zu können, die ihre Chancen auf einen Platz im Master of Education sowie im Zuge individueller, schulscharfer Bewerbungen auf eine Stelle im Schuldienst erhöhen, werden zusätzliche Zertifikationsstudiengänge eingerichtet. Diese nutzen bestehende Angebote der Universität und der Pädagogischen Hochschule bzw. führen diese zusammen und bauen sie aus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Informations- und Medienkompetenz und der Mehrsprachigkeit.

Die Zusatzqualifikationen werden so konzipiert, dass sie auch als Weiterbildungsangebot für Lehrer/innen genutzt werden können.

MASSNAHMEN FÜR INTERNE AKTEURE

PLACE will die Heidelberger Akteure der Lehrer/innenbildung weiter ermutigen, sich aktiv, kreativ und dauerhaft an der Heidelberg School of Education zu beteiligen und dies für sich selbst als Zugewinn zu erleben. Wertige Anreize und Gratifikationen sollen dieses Engagement honorieren.

Bewährten Modellen folgend, werden im Rahmen eines durch den HSE-Rat mit Beteiligung externer Gutachter evaluierten Bewerbungsverfahrens pro Jahr zwei PLACE-Fellowships an Lehrende beider Hochschulen vergeben. Dank der Schaffung von zeitlichen Freiräumen werden die Fellows zwei Semester lang an einem kooperativen innovativen Projekt im Geiste von heiEDUCATION arbeiten, die Relevanz von fachlichen Themen und Fragestellungen für die Lehrer/innenbildung konzeptualisieren sowie an der Arbeitsgruppe „Assessment“ mitwirken.

PLACE schafft Brückenfunktionen und intensiviert die dezidierte Partizipation der Akteure aus den lehrer/innenbildenden Fächern für die Heidelberg School of Education und die forschungsorientierte Lehrer/innenbildung. So wird zum Beispiel die Entwicklung von lehrer/innenbildenden Projekten, die Förderung von Fachsozietäten und die Mitarbeit an der fachlichen Ausgestaltung des Master of Education, an Konzepten für die Einstiegs- und Übergangsphase und an kooperativen Modellen für die Weiterbildung unterstützt.

Die Förderung kooperativer innovativer Projekte erfolgt im Rahmen des Programms PLACE aktuell.

MASSNAHMEN FÜR EXTERNE AKTEURE

Das PLACE-Konzept setzt inhaltlich bei den spezifischen Vorerfahrungen und Stärken der externen Akteure an: Diese sollen zum einen ihre Expertise in die Heidelberg School of Education einbringen; zum anderen sollen sie ihre eigene wissenschaftliche Qualifikation voranbringen können. Hierfür werden Strukturen und Anreize geschaffen werden, die Partizipation und Vernetzung langfristig zu sichern.

Lehrkräften wird mittels PLACE auch ohne Promotionsabsichten die Möglichkeiten einer „Kurzzeitabordnung“ eröffnet: Mit ihren spezifischen Kompetenzen schlagen die abgeordneten Lehrerinnen und Lehrer Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis, die wiederum der Lehrer/innenaus- und -weiterbildung zugutekommen. Hierfür konzipieren und realisieren sie zusammen mit den Fachwissenschaftler/innen und -didaktiker/innen sowie weiteren Akteuren der Lehrer/innenbildung forschungsbasierte Projekte mit engem Schulbezug.

PLACE schafft darüber hinaus für Fachleiter/innen aus den Seminaren für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte (SAF) die Möglichkeit, an der Forschungs- und Konzeptionsarbeit der heiEDUCATION-Cluster zu partizipieren und sich gleichzeitig selbst wissenschaftlich zu profilieren. Durch eine Teilzeitabordnung der SAF-Fachleiter/innen wird außerdem der Aufbau und die Verstetigung der Fachsozitäten über die Hochschulen hinaus gefördert und begleitet.

Lehrerinnen und Lehrer erhalten durch PLACE die Möglichkeit, Bausteine der bestehenden Studienangebote sowie definierte Zusatzqualifikationen als zertifizierte Weiterbildungselemente zu einem individuellen Qualifikationsprofil zusammenzuführen.

Zur Förderung von Partizipation, Innovationsbereitschaft und thematischer Kohärenz wird abschließend jährlich eine Expertin / ein Experte aus dem (inter-)nationalen Kontext der Lehrer/innenbildung nach Heidelberg eingeladen. Geplant sind Workshop-, Seminar- oder Vortragsreihen.

ÜBERGREIFENDE MASSNAHMEN

Die PLACE-Maßnahmen für Studierende bzw. für interne und externe Akteure werden durch übergreifende Maßnahmen ergänzt. Im Mittelpunkt steht dabei das Programm PLACE aktuell: Dieses eröffnet allen Mitgliedern der Heidelberg School of Education die Möglichkeit, in einem kompetitiven Verfahren Fördermittel für kreative Kooperationsvorhaben im Kontext von heiEDUCATION zu beantragen. Hierbei sollen insbesondere aktuelle gesellschaftspolitische Themen wie Internationalität oder Inklusion im Vordergrund stehen. Die Auswahl der Projekte erfolgt über ein vom HSE-Rat eingesetztes Gremium, das auch die Qualitätssicherung des Programms verantwortet.

Um die eingeleiteten Prozesse der Verschränkung und Kooperation nachhaltig in beiden Hochschulen zu etablieren, wird ferner eine Schnittstelle zwischen den beiden Hochschulen, den Seminaren für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte, den Schulen und den Ministerien geschaffen. PLACE ermöglicht es den Mitgliedern der Heidelberg School of Education darüber hinaus, Anträge auf zum Beispiel Reise- oder Hilfskraftmittel zu stellen (PLACE-Pool); über die Anträge entscheidet die Projektleitung.