Kulturelles Erbe und Kanonisierung von Wissen

Unter dem thematischen Schwerpunkt von kulturellem Erbe und der Kanonisierung von Wissen regt der Forschungs- und Transfercluster die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pädagogischer Hochschule und Universität in Heidelberg an. Dieser Austausch setzt einen Wissenstransfer in Gang, in dessen Kontext auch die Ausbildung künftiger Lehrkräfte in beiden Themengebieten profitiert. Konkret erfolgt dies durch die gemeinsame Planung und Durchführung von sowohl hochschulinternen Workshops und Vortragsreihen als auch öffentlichen Veranstaltungen.

Rechts im Bild eine Fotografie von Gaudís Casa Batiló auf petrolfarbenem Hintergrund. Links oben im Bild schräg abgesetzt die Worte „KULTURELLES ERBE | KANONISIERUNG VON WISSEN“
Bild: © Florian Grafl | Gestaltung: Heidelberg School of Education

Materielles wie immaterielles Kulturerbe sind Gegenstand komplexer gesellschaftlicher, politischer und wissenschaftlicher Aushandlungsprozesse. Das didaktische Potenzial des kulturellen Erbes liegt vor allem in seiner Vermittlerposition zwischen Vergangenem, Gegenwärtigem und Künftigem. Dabei kommen zentrale fachdidaktische Prinzipien wie Multiperspektivität sowie Lebenswelt- und Gegenwartsorientierung zur Anwendung. Diese tragen zur Förderung der Reflexions-, Orientierungs- und Sachkompetenz von Lehramtsstudierenden bei, die diese dann an ihre (künftigen) Schüler:innen weitergeben. Die Kanonisierung von Wissen stellt eine stetige Herausforderung für sämtliche Fachdisziplinen dar. Auch (künftige) Lehrkräfte bleiben hiervon nicht unberührt. Die Transformation in eine „Wissensgesellschaft“ verändert ihre Rolle als Lehrerin bzw. Lehrer und die damit verbundenen Aufgaben grundlegend. Die vielschichtigen Prozesse des Kanonisierens – etwa mittels der staatlichen Approbation in Form von Schulbüchern – zu erforschen stellt ein zentrales Ziel des Clusters dar. Die in diesem Cluster aktiven Fachwissenschaftler:innen und (Fach-)Didaktiker:innen verfolgen das Ziel, zum einen die Bedeutung von kulturellem Erbe innerhalb schulischer Bildungsprozesse herauszuarbeiten und zum anderen die Kanonisierung des Wissens als einen dynamischen Vorgang zu analysieren. Neben der interdisziplinären Erforschung dieser beiden Themenkomplexe werden in diesem Cluster auch vielfältige Möglichkeiten zum Wissenstransfer realisiert. Beispielsweise sind gemeinsame Exkursionen zu außerschulischen Lernorten geplant um dort gemeinsam unter interdisziplinärer Perspektive zu ergründen, wie sich diese didaktisieren lassen.
Darüber hinaus besteht ein wesentlicher Schwerpunkt des Clusters darin aufzuzeigen, welches Potenzial die Digitalisierung insbesondere mit Blick auf die Ausbildung von Lehrkräften bietet – sowohl um kulturelles Erbe zu bewahren und an eine breitere Öffentlichkeit zu vermitteln, als auch um Wissen zu generieren und zu repräsentieren.


TERMINE

  • 20. Juni 2022: Auftaktveranstaltung des Clusters
  • Juli 2022: Offene Fachgespräche zu den Fokusthemen des Clusters
  • 7. Oktober 2022: Workshop „Was wäre, wenn ...? (Kirchen-)Geschichte als offener Prozess im Unterricht“
    Mit Prof. Dr. Heidrun Dierk und JP Dr. habil. Florian Bock
    Pädagogische Hochschule, Institut für Philosophie und Theologie, INF 519, Raum TO.205